Über mich Patchwork zum Selbermachen Galerie Bestellen Kontakt

4. Main-Quiltfestival in Aschaffenburg

19. - 21. Februar 2010
f.a.n. frankenstolz arena

Bei den Bernina kreativ Tagen 2009 habe ich nicht nur Kurse besucht, sondern auch eine sehr interessante Broschüre entdeckt. Diese enthielt Informationen über ein Quiltfestival in Aschaffenburg mit vielen Ausstellungen und Kursen. Mit grosser Vorfreude habe ich mich entschieden dieses Festival zu besuchen. Da die Zeit schnell vergeht, verfasse ich jetzt einen Bericht über meine Erlebnisse dort.

Dieses Festival war die erste grosse Veranstaltung ausserhalb Russlands, die ich besuchen durfte. In Aschaffenburg ist es schon vierte mal. Das Festival findet jeweils am Ende des Winters statt, sodass alle schon den Duft des kommenden Frühlings spüren und endlich nach dem langem „Winterschlaf“ in neue und frische Erlebnisse eintauchen möchten. Es gibt keinen anderen grossen Event zu dieser Zeit, daher ist das Festival auch überaus gut besucht.


1. Tag:
Die mehrstündige Hinfahrt lag hinter mir. Leider regnete es, als ich in Aschaffenburg ankam. Darauf war ich nicht vorbereitet und es war nicht sehr angenehm in nassen Kleidern das Hotel zu suchen. Aber schlussendlich hatte ich es dennoch geschafft. Die Sachen liess ich in meinem kleinen aber feinen Zimmer. Der Regen änderte meine Pläne nicht. Es sollte schon am ersten Tag zum Festival gehen... also nach einer heissen Tasse Tee kaufte ich Regenschirm und es konnte losgehen :)

Die Besonderheit des Main-Quiltfestivals war immer eine gewisse Entfernung zwischen den Festivalsobjekten. Dieses Jahr befanden sich die Standorte in der f.a.n. Frankenstolz Arena, dem Bürgerhaus und der Nähwelt. Da man diese Orte unmöglich zu Fuss erreichen konnte, brauchte man den Quilt-Linien Bus. Diese Busse fuhren im halbstunden Takt.

Am ersten Tag funktionierte diese Busverbindung nicht so pünktlich, wie ich das von der Schweiz her gewohnt bin. Nach einigem Warten hatte es dann doch noch geklappt und ich hatte es am späten Nachmittag in die f.a.n. Frankenstolz Arena geschafft und mir eine Dauerkarte gekauft. Und nun konnte ich zum Festival. Es war erstaunlich für mich... aber ich bekamm das Gefühl, dass beim Festival gleichviele Russen wie Deutsche anwesend waren.

An dem Festival konnte man viele verschiedene und interessante Kontakte unter Gleichgesinnten knüpfen, schöne Bilder ansehen und für alles Mögliche Geld ausgeben. Wertvoll war, dass man am Festival die verschiedenen Stoffe und ihre Verwandlung zum künstlerischen Endprodukt sehen konnte. Weiterhin gab es auch interessante Techniken und neue Entwicklungen in Patchworkbereich zu sehen.

Wenn es um die Ladenstrasse geht... Man kann sich bis zum tot streiten, ob die Auswahl gross genug ist oder nicht...

Ausgeben werden alle :)

  

Ich konnte nicht die ganze Ausstellung anschauen, da ich oft Gespräche mit anderen Quilterinnen führte. Aber dafür habe ich ja noch den zweiten Tag.

Müde aber glücklich fuhr ich zurück ins Hotel.


2. Tag:
Ein sonniger, freundlicher Morgen.. so als ob es nie geregnet hätte. Am zweiten Tag habe ich mir vorgenommen zur russischen Ausstellung zu fahren. Die Busverbindung zwischen allen Festivalpunkten funktionierte jetzt viel besser. So konnte ich das Bürgerhaus ohne Probleme erreichen. Dort waren Ausstellungen aus Russland zu bewundern (das Gastland dieses Festivals) und der Festival-Wettbewerb befand sich am Eingang.

Den Publikums-Wettbewerb des Main-Quiltfestivals kann man schon als Tradition bezeichnen. Dort können die verschiedensten Quilts (traditionell oder modern angefertigt) eingereicht werden.

Zum 4. Festival war es ein Wettbewerb mit dem Thema „Urlaubs-Impressionen“. Unter allen eingesandten Wettbewerb-Quilts wählte eine Jury die schönsten Exemplare aus, die anschliessend während des Festivals für das Publikum ausgestellt wurden. Die Festivalbesucher wählten mit ihrer Stimmabgabe drei Gewinner-Quilts aus, welche mit Preisen gekürt wurden.


Bei den russischen Quilts gab es zwei Ausstellungen ("Black und white" und "Gesichter der Liebe"), sowie noch einige einzelne Quilts die nicht den Ausstellungsthemen angehörten.

Offizielle Beschreibung der Ausstellung für "Die Gesichter der Liebe":
Das Kunstgewerbezentrum Murmansk präsentiert eine einzigartige Sammlung von Quilts, gefertigt nach Motiven des bekannten russischen Malers Anatoli Sergjenko, der sich um die russische Kunst verdient gemacht hat.

Das Projekt
Die gesamte Ausstellung besteht aus 17 Exponaten, angefertigt von Künstlern des Kunstgewerbezentrum. Die Ausstellung wird auf russischen und internationalen Quiltausstellungen gezeigt.

Zu der Arbeitsgruppe gehörten: Autor der Idee und künstlerischer Leiter des Projektes – Irina Sopina, Direktor des Kunstgewerbezentruns, Maler der Bilder, die als Grundlage dienten, Berater des Projektes – Anatoli Sergijenko; Autoren der Quilts – Leiter der eigenständigen Künstlergruppe "Quilt-Klub" – Nadeschda Markina und Tatjana Ischkarajowa.

Realisierung des Projekts
Die Projektteilnehmer hatten es sich zum Ziel gesetzt, eine Serie von Quilts anzufertigen, die alle ein Motiv aus dem Bild des Künstlers, das als Grundlage gewählt wurde, wiedergeben. Dafür war es nicht zwingend die Bilder des Künstlers zu kopieren.

Die Kunstwerke von Sergienko sind sehr dekorativ, so dass es fast scheint, als ob der Künstler von Anfang an eine textile Darstellung im Blick hatte. Bei den Bildern des Künstlers kann einem schier der Atem stocken – angesichts seiner wundervollen Darstellungen vonLiebe und Erotik, die einen sehr starken Eindruck hinterlassen. Und diese Inspiration half den Künstlern bei der Realisierung des ins Leben gerufenen Projekts "Gesichter der Liebe".

Tatsächlich, die 17 Arbeiten, die in nur 9 Monaten fertiggestellt wurden, zeugen von dem hohen künstlerischen und handwerklichen Niveau der Quilterinnen, die damit eine neue Tür in der Quilt-Kunst aufgestossen haben. Hinzu kommt, dass viele stilistisch und handwerklich anspruchsvolle Arbeiten von Anfängern angefertigt wurden, die zum Teil ihre erste Erfahrung im Quilten gemacht haben.

Der "Quilt-Klub" bekam für die Ausstellung einen Preis auf dem 6. Russischen Festival für dekorative Kunst "Quilt-Mosaike Russland" Iwanowo-Moskau 2007, Ehrungen von der Quilt-Assoziation Russland und einen Sonderpreis vom Hauptsponsor des Festivals, der "BERNINA International AG, Schweiz".

Auf Bestellung des Vertreters der "BERNINA International AG", Herrn Eibisch, hat der Klub von Tatjana Ischkaraeva im Jahr 2008 sechs Arbeiten aus dem Zyklus "Gesichter der Liebe" reproduziert und dabei neue Arbeitstechniken und ausdrucksvolle Materialien verwendet. Im Jahr 2009 hat die Gruppe ihre Arbeit an der Nordmeer-Thematik fortgesetzt und noch sechs Arbeiten nach Motiven von A. Sergiejenko fertiggestellt. Daraus wurde eine neue Ausstellung.

Alle 12 Quilts wurden auf Nähmaschinen der Marke "BERNINA Aurora 440" gefertigt und auch Sonderzubehör wurde benutzt (BSR, Punching-Tool u.v.a.)


     
     
     
     


Ich finde, um diese Werke lieben zu können sollte man den Stil in dem Sergijenko arbeitet mögen. Ich bin leider kein Fan solcher Bilder. Dazu kommt noch, dass ich im Süden geboren , vom nördlichen Teil Russlands nicht viel verstehe und es einfach mein Herz nicht berührt.

Wahrscheinlich ist mir die Ausstellung deswegen nicht ans Herz gewachsen. Es war einfach aus technischer Sicht interessant. Die bunten Farben haben mir definitiv eine gute Laune gegeben. :)


Black, white and..

Diese Ausstellung dagegen hat Arbeiten unter denen jeder einen (oder mehrere) Favoriten für sich findet.

Offizielle Beschreibung:
Seit dem Jahr 1997 findet alle zwei Jahre das russische Festival "Patchwork Mosaic Russia" in Ivanovo und Moskau statt. Die Teilnehmer dieser Veranstaltung sind professionelle Künstler, aber auch Amateure. Unter der künstlerischen Leitung von Julia Ivanova haben sie die Wanderausstellung "Black, White and..." mit ihren eigenen Werken zusammengestellt und reisen seit 2007 durch Russland und viele andere Länder.

Aus Transportgründen mussten bei der Erstellung der Quilts vorgegebene Masse beachtet werden. Schwarz, Grau und Weiss mit Anordnung kleiner auffälliger Farbdetails bilden die Grundlage jedes einzelnen Kunstwerkes. Anhand der Künstlerischen und bildlichen Möglichkeiten, sowie den modernen Patchwork-Techniken werden verschiedene Lösungen zum Umgang mit den Vorgaben dargestellt. Die Werke scheinen die Ideen, Gedanken, Emotionen und Energie der Künstler nach aussen zu tragen und durch Kompositionen, Formen, Ornamente, Bildern und Nähten mit den Betrachten zu kommunizieren.


     
     
     
     
     
     
     


Es gab auch Arbeiten von Vera Schherbakova (ich habe bereits über eine ihrer Ausstellungen geschrieben).

Die 2 Arbeiten von Vera Scherbakova waren für mich besonderes interessant und haben viel Beachtung auf sich gezogen.

„1000 und 1 Nacht“ mit Märchenthematik, das den Zauber des Morgenlandes versprüht:

  

„Afrikanerinnen“ eine sehr gute Komposition, bei der an jedes kleinste Detail gedacht wurde.
In dieser Arbeit benutzt Vera Scherbakova viele Knöpfe. Also wenn ich mich an ihre andere Ausstellung erinnere, dann denke ich, dass sie schon eine Schwäche für Knöpfe hat.

  


Einige andere einzelne Werke:
     





Nach dieser Ausstellung habe ich auch Nähwelt besucht. Es ist etwas nur für Leute mit starkem Nerven und gut gefüllter Brieftasche.

Auf einer Fläche findet man alles, was man nur für Patchwork brauchen kann und auch das was man nicht so unbedingt braucht. So viele tolle Stoffe, dass man gleich auch so eine Auswahl zu Hause haben möchte.

Es war einfach sehr schwierig klar zu denken, wenn so viele tolle Produkte um einen herum sind.

Um nach alle diese Erlebnisse ein bisschen runter zu kommen, habe ich eine Spaziergang in Aschaffenburg unternommen.

  

  

Morgen ist mein letzter Tag. Ich besuche den Kurs von Ute Glück und freue mich sehr darauf!


3. Tag:
Die Sonne hat sich hinter den Wolken versteckt. Schneeflocken fallen auf dem Boden, dennoch ist es ein riesengrosser Unterschied zum ersten verregneten Tag. Ich komme zu meinem angemeldeten Kurs bei Ute Glück ein bisschen zu spät. Ich denke, im nächsten Jahr werden die Organisatoren die diesjährigen Fehler beheben.

Der Kursbeginn war nämlich eine halbe Stunde früher angesetzt, als der erstes mögliche Bus zur f.a.n. frankenstolz arena überhaupt fuhr (Ich finde aber Frau Glück hat das gut gemeistert und sie hat am Ende den Kurs verlängert, so dass alle zu ihren Infos gekommen sind).

Bis ich alles gefunden hatte, haben fast alle Teilnehmer schon mit ihrer Arbeit begonnen. Aber ich habe schnell aufgeholt. Meine Ausbildung und Erfahrung mit dem PC haben alles leicht gemacht. Ich konnte nicht nur unserer Lehrerin folgen, sondern auch ein paar Nachbarinnen in Schwierigkeiten helfen. :)

Es wäre wahrscheinlich besser, wenn die Gruppen ein bisschen genauer eingeteilt würden. Die Leute die Probleme mit dem Computer haben und jene die sich in diesem Bereich auskennen können einfach keine gute Gruppe bilden.

Ich war ein bisschen enttäuscht über die Ergebnisse. In der Beschreibung hiess es ja, dass der Kurs für EQ-Anfänger und Profis interessant wäre. Ich bin kein Profi, eher Anfänger mit Electrick Quilt, aber die Zeit die die Lehrerin gebraucht hatte um allen zu erklären wie man einen PC benutzt war ziemlich langweilig.


Nach dem Kurs habe ich noch freie Zeit bis zur Abfahrt meines Zuges gehabt, so dass ich noch einen Spaziergang in die f.a.n. frankenstolz arena unternehmen konnte.
  

  

  

Ich habe doch neue Ideen bekommen und ich hoffe demnächst das neue Wissen in meinen zukünftigen Arbeiten zu realisieren.

Jetzt überlege ich mir im September ins Elsas zu fahren, es könnte ein riesiger Spass werden. Schauen wir mal wie es weiter geht :)
Über mich Patchwork zum Selbermachen Galerie Bestellen Kontakt