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Quilt-Festival, Elsass 2010

Das Elsass ist eine Region, die im September das Herz jeder Quilterin höher schlagen lässt. Seit schon 16 Jahren wird in mehreren Dörfen im Sibental ein grosses Patchwork-Festival organisiert. Vier Tage lang sind im September diese Dörfer miteinander verbunden und voll mit begeisterten Besuchern.

Wegen der Angst im Elsass ohne Französisch-Kentnisse nicht zurecht zu kommen, habe ich mich entschlossen, mich dieses Jahr einer organiesierten Reise anzuschliessen. Die ganze Reiseplanung ist auch viel Arbeit... deswegen war ich froh, als ich erfuhr, dass Erika Bollinger schon seit langem Gruppen-Tagesausflüge ins Elsass organisiert. Ich bin mit der Gruppe an einem Samstag gefahren und finde, dass sich das Ganze echt gelohnt hat. Die Reise war gut durchdacht und optimal geplant. Wir hatten an allen Ausstellungsorten genug Zeit um alles anzuschauen, sich zu unterhalten und bei den Ständen etwas einzukaufen.

Den ersten Stop hatten wir im Sibental in Rombach-le-Franc. Dort waren 2 Ausstellungen. Die erste die wir besuchten, war in einer Kirche. Am Samstag hatte es im ganzen Tal unheimlich viele Besucher, so dass es zwischen den Leuten keinen Platz gehabt hätte, dass ein Apfel zu Boden hätte fallen können.

Aber die Ausstellung selber und ihr Standort haben mir sehr gefallen. Die Quilts haben sehr gut in der Kirche ausgesehen und da war echt eine spezielle Atmosphäre.

  

Es gab verschiedene Quilts von einfach bis kompliziert. Ich finde Log Cabin Variationen sehr schön... einerseits sind diese Blöcke an sich einfach und traditionell, aber andrerseits ist es sehr interessant zu sehen, welche unerwarteten Werke mit diesem Grundmuster geschaffen wurden.

     

Es gab dort auch einige Quilts mit dem Thema "Home Sweet Home". Sehr Süss! Sie haben mich auch daran erinnert, einen solchen Quilt für unser zu Hause zu nähen:
     

   Besonders haben mir auch die Patchwork-Möbel gefallen, ich gleich damit begonnen zu überlegen was bei uns einen neuen Look vertragen könnte:)   

     

Am zweiten Ausstellungspunkt in Rombach-le-Franc wurden Arbeiten von Dörte Bach und Helga Widman aus Deutschland vorgestellt. Eigentlich durfte man dort nicht fotografieren, trotzdem haben das viele dort gemacht. Ich habe aber keine Fotos, dafür kann ich ein bisschen etwas über die Künstlerinnen erzählen.

Diese Künstlerinnen haben eine über 30-jährige gemeinsame textile Vergangenheit, über handgenähte Applikationnen und freies Sticken fanden beide ihre eigenen textilen Wege.

Die Reduktion auf wenige Techniken und Beschränkungen auf die Farben Rot und Schwarz kennzeichnen heute die textilen Arbeiten von Dörte Bach. Reiseeindrücke, Musik, Schriften, Lyrik und moderne Kunst sind ihre Inspirationsquellen.

Helga Widmann kombiniert unterschiedliche Techniken. Das textile Künstlerbuch in vielfältigen Erscheinungsformen ist der Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit. Freie Schriftformen und Fundstücke sind Elemente ihrer Arbeit.

Die Ausstellung "Textiler Dialog" ist eine Synthese der unterschiedlichen, bildnerischen Ausdrucksweisen dieser beiden Künstlerinnen.

Dafür dass man das ein bisschen vorstellen kann, möchte ich hier ein paar auf der Ausstellung gekaufte Karten zeigen:


Die nächste Haltestelle hatten wir im Lièpvre mit 3 Ausstellungen.

1. Die Patchwork-Abteilung des Verbandes für Sport und Kultur aus dem Val d'Argent präsentiert eine Auswahl von Quilts, die in den Jahren 2009 und 2010 von ihren erwachsenen Mitgliedern, aber auch von ihren Jugendlichen und Kindern genäht wurden.

     

  

     

  

2. Eine Ausstellung in Lièpvre fand in einer Kirche statt. Die erste Hälfte dieses Gebäudes wurde mit den Werken der Quilt Academy of Sweden verziert.

  

  


Die zweite hälfte war mit den Werken "Emotion in art" von Ineke Van Unen ausgestattet. Diese waren interessant, aber für meinen Geschmack ein bisschen zu glänzend

     

  

3. Die Austellung in einer Halle in Lièpvre Hier hatte es viele verschiedene Werke, darunter auch Stücke vom Verband französischer Quilterrinnen, leider stand bei vielen Quilts "darf man nicht fotografieren". Einige besondere Werke durfte man jedoch fotografieren und darunter hatte es solche, die mir besonders gefielen.

     

  

Ste-Croix-aux-Mienes und Ausstellungen dort haben auf mir grosste Eindrück hinterlassen.
Im ersten Gebäude waren verschiedene Arbeiten, aber der grösste Teil darin hatte die Ausstellung vom Wetbewerb "Wir sind aus Stoff wie Träume sind" eingenommen.

"We are such stuff as dreams are made on" - ein Zitat aus "Der Sturm" von William Shakspeare. Der Dramatiker legt dort diese Worte dem Magier Prospero in den Mund. <...> Was für ein hervorragendes Thema für eine Ausstellung! Originelle Einfälle, schöpferisches Gestalten und Experimentierfreude - ganz gleich ob ein Theaterstück oder ein Gedicht als Inspirationsquelle für die textilen Triptychen dienten, voller Fantasie interpretierten, malerisch komponiert, dekorativ, erzählerisch sowie abstrakt - die textilen Interpretationen sind wunderbar vielfältig. (Dörte Bach)

Die Jurierung einer Ausstellung ist eine Ehre und gleichzeitig auch eine besondere Herausforderung. Eine Auswahl aus einer Vielzahl von Bildern, die in relativ kurzer Zeit auf die Jurymitglieder einwirken, zu treffen ist kein Leichtes zumal man immer das Thema und die vorgegebenen Kriterien im Hinterkopf behalten muss. Nicht immer sind sich die Jurymitglieder einig - am Ende entscheidet dann die Mehrheit.
Das Thema zu diesem Wettbewerb wurde vielfältig interpretiert - die ausgewählten Texte, die Ausgangspunkt für jeden einzelnen Stofftraum waren, sehr unterschiedlich ausgewählt, reichten von Sexanzeigen aus Zeitungen über japanische Haikus bis zu literarischen Werken von Schiller, Rilke, E.A. Poe, Wilhelm Busch, Kafka, Hermann Hesse,Hilde Domic etc. (Monika Schwy)


Fotografieren wurde nicht erlaubt, aber man konnte einen schönen Katalog mit Bildern der Werke kaufen. Hierin wurden die verschiedenen Werke durch transparente Blätter getrennt, auf denen jeweils der literarische Bezug erläutert wurde.

Mir gefiellen persönlich die höchst unterschliedlichen Lösungsansätze der Teilnehmerinnen und die darin enthaltene Kreativität. Natürlich gab es auch einige Favoriten die mich besonders begeisterten.

     

Eine kleine Austellung in gleichem Ort zeigte uns alle möglichen Arten von Insekten. Ja, jedem war klar, dass es sich um sehr spezielle und genaue Arbeiten handelte. Wahrscheinlich muss man Insekten einfach mögen um diese Werke geniessen zu können. Meinen Geschmack trafen sie leider nicht.

Bei einem ruhigen Sparziergang im Park traf man immer wieder ein paar kleine Werke, die aber für eine grosse Abwechslung an der frischen Luft sorgten.
     

In eben diesem Park befand sich auch noch ein älteres Gebäude, in dem auch noch eine Ausstellung statt fand. Es waren schon intressante Werke. Viele davon in pastellen Farben. Man konnte dort auch Pakete kaufen, in denen alles enthalten war, um ein jeweiliges Ausstellungsstück zu reproduzieren. Ich habe jedoch darauf verzichtet, da ich lieber was Neues entwickle.
  

Chapelle St.Joseph
  

In der Kappelle wurden Werke vom diesjährigen Wettbewerb ausgestellt. Im Zentrum war ein zweiseitiges Werk, das die Blicke nur so auf sich zog.
  

Jedenfalls kann ich sagen, dass ich auch hier sehr viele schöne und interessante Werke antraf.
     

     

     

Sainte-Marie-aux-Mines
Hier hatten wir die längste Aufenthaltszeit. Es gab verschiedene Verkäufsstände, Ausstellungen und alles was das Herz einer Quilterinn begehrt.
  

Glücklich und mit vielen positiven Emotionen sind wir dann wieder zurück gefahren. Wir hatten uns dann noch darüber ausgetauscht, wer was gekauft, gesehen oder gehört hatte. Das war ein richtig schöner Samstag für mich!
Noch mal vielen Dank den Organisatoren :)


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