Über mich Patchwork zum Selbermachen Galerie Bestellen Kontakt

Quilt-Festival, Elsass 2011

5 Uhr morgens. Steckborn wirkte noch verschlafen, vereinzelt sah ich einsame Autos oder selten leuchtende Fenster... nur einige Geschäfte bereiteten sich auf ihre ersten Kunden vor. Zu dieser Zeit eilte ich zum ersten Zug. Ich musste doch rechtzeitig Zürich erreichen, wo ich mich an den Eintagesausflug ins Elsass anschliessen konnte. Ich freute mich schon lange auf diesen Tag voll mit neuen Erfahrungen und Gesprächen in einer interessanten, quiltbegeisterten Gruppe. Es ist meine zweite Reise zum grossen Festival. Wie auch letztes Jahr habe ich mich für den von Erika organsierten Bus-Ausflug entschieden und war nun gespannt wie der Tag verläuft :)

7 Uhr, Zürich Hauptbahnhof... in der Morgendämmerung stieg eine grosse und sehr gutgelaunte Gruppe in den Bus. Während unserer Fahrt ins Sibental wurden auch alle organisatorische Fragen geklärt. Wir bekamen einen Zeitplan und Eintrittskarten, trugen unsere Handys in eine Liste (für alle Fälle) ein, frühstückten und freuten uns einfach auf den Tag und über das sich bessernde Wetter.

Der erste Halt in Rombach-le-Franc stand uns bevor. Dort fanden die Ausstellungen 20 und 21 statt. Ja wir haben das Festival von hinten aufgerollt :) aber das Festival ist dadurch nicht schlechter geworden.

In der Eglise Ste. Rosalie hat Claudine Billaud Rotbert aus Frankreich ihre "Endrücke im Licht" vorgestellt. Ausgehend von einem Patchwork-Stil hat sie eine Interpretation textiler Gemälde dargestellt. Im Sinne einer Farbpalette wurden in den ausgestellten Werken das ursprüngliche Design bewusst durch eine Überlagerung von Materialien um die Dimension der Perspektive und plastischen Gestaltung ergänzt. "Aus diesem Grund scheint diese Kunst einer komischen Musik zu entspringen, aus Sternenstaub und fernen Universen, wo Textilien ein Bestandteil von Licht und Zeit sind. Es ist eine Art Wiedergeburt von vollkommener Harmonie mit der Flexibilität der Materie (Selbstbeschreibung der Künstlerin)."

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.

In diesem Fall konnte man nur über eine Textilausstellung sprechen, vielleicht waren deswegen einige von uns enttäuscht... wir haben doch Patchwork oder Quillts erwartet und die auf dem Niveau des grössten Quiltfestivals. Sie waren es nicht... deswegen hieltmsich nach der ersten Ausstellung die Begeisterung in Grenzen.

Die nächste und letzte Ausstellung in Rombach-le-Franc war "Ralli-Quilts: Textile Schätze aus Pakistan und Indien". Sie wurde von Patricia Stoddard präsentiert. Die Ralli-Quilts, in Südost- Pakistan und dem westlichen Indien verbreitet, bestechen durch ihre hervorragende handwerkliche Ausführung und ihren farbigen Motiven. Die Quilts sind eine komplexe Kombination aus Patchwork, Applikationen und Stickerei. Ralli-Quilts werden in ländlichen Gegenden von Nomadenfrauen genäht, aber sie existieren auch in Städten und entstehen dort in zahlreichen Gemeinschaften, die durch einen unterschiedlichen beruflichen und religiösen Hintergrund geprägt sind. Diese Ausstellung zeigte alte Familienquilts sowie Ralis, die in einer modernen Frauen- Kooperative entstanden sind.

Beim genauer ansehen kann man verstehen wie viel Knochen-Arbeit da drin steckt. Sicher für einige Leute ist diese Richtung sehr interessant, mich hat sie irgendwie an kasachische Ornamente erinnert... so bekam ich eher gemischte Gefühle dazu. Trotzdem kann ich die Ausstellung als sehenswert bezeichnen.

In der Ausstellung waren enorm viele Besucher gleichzeitig, so kam es dazu dass ich nicht viele Fotos von nicht optimalen Stellen gemacht habe. Einige habe ich aber hier.

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.

Sehr süss fand ich die Gruppen von Kindern, die in Begleitung von Erwachsenen die Ausstellung besuchten und die Arbeiten unter die Lupe genommen haben.

In Lièpvre waren 3 Ausstellungsorte, aber mehrere Ausstellungen. Ich werde sie nach Gebäuden aufteilen.

Zuerst habe ich die Patchwork-Abteilung des Verbandes für Sport und Kultur besucht. Es ist schon viel Arbeit, die sie in den Event gesteckt haben. Aber ich hatte Gefühl, dass ich einige Werke schon im letzten Jahr gesehen habe.

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.

Der zweite Ausstellungsort die Kirche "Eglise de l'Assomption" hatten sich zwei Deutsche geteilt.

Zwei unterschiedliche Künstlerinnen und von daher unterschiedliche Sichtweisen der Arbeit. Eine benutzte viel selbstgefärbte Stoffe und freies Quilten und die Andere quiltete vieles traditionell, aber trotzdem auch sehr interessant.

Isabelle Wiessler mit Ausstellung "Spuren" meint: Vieles hinterlässt Spuren: Die Zeit, die Natur, das Wetter. Es ist für sie besonderes spannend, diese Spuren, ob alte Mauern, baufällige Gebäude, Steine oder Baumringe, auf ihren textilen Untergrund zu bringen, sie in Szene zu setzen, dafür zu sorgen, dass der Quilt lebendig wird. Isabelle interessiert sich auch zunehmend für die Spuren, die der Mensch in seiner Umwelt hinterlässt - wie ganze Regionen für unseren Wohlstand zerstört werden. Paradoxerweise haben diese Katastrophen sehr schöne Farbgestaltungen, ihr Erscheinungsbild wirkt sogar anziehend.

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.

In der anderen Hälfte der "Eglise de l'Assomption" hat Hildegard Braatz ihre Ausstellung "Momente der Stille" vorgestellt. Vor einigen Jahren konnte sie einen wirklichen textilen "Schatz" erwerben. Er bestand aus verschiedenen Stoffen, Teilen ehemaliger Kleidungsstücke und vielen kleinen Stoffstückchen - vor allem aber aus einigen Quiltfragmenten. Alles Material gehörte einer Familie mit Wurzeln in Lettland, es war um die 100 Jahre alt, zum Teil noch älter. Fast das ganze Material war aus Seide. Aus diesen Fragmenten entstand die ausgestellte Serie aus 20 Quilts. Mit Rücksicht auf die Zerbrechlichkeit der Seidenstoffe sind alle Quilts von Hand genäht, appliziert, bestickt bzw. mit Perlen besetzt und natürlich gequiltet.

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.

Dritte Ausstellungsort hat mehrere Ausstellungen unter einem Dachvereint: "Israel 2011", France Patchwork - Die französische Patchwork-Gilde mit drei verschiedenen Ausstellungen: "Artextures 2011", "Quiltlegenden von Brouage" und "Der Nachwuchs".

Israel wurde als nicht-europäisches Gastland zum Patchwork-Treffen 2011 eingeladen. Die Quilterinnen wollen uns unterschiedliche Werke präsentieren, die in ihrem Land entstanden sind. Dazu gehören traditionelle und moderne Stücke, aber auch andere Formen von Quilt-Kunst. Deshalb heisst das Motto dieser Ausstellung ganz einfach: Israel 2011.

Leider habe ich nicht gut aufgepasst und kann daher die unterschiedlichen Ausstellungen nicht genau voneinander abgrenzen. Dafür sind aber viele Werke sehenswert und es war für jeden Geschmack etwas ausgestellt. Genau aus diesem Grund, waren die Quilterinnen nach demnBesuch dieser Ausstellung zufrieden.

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.

Nächste Stop: Ste-Croix-aux-Mines

Die erste Ausstellung fand in Espace exposition statt. Sie hiess "Alte australische Quilts und Waggas aus recycelten Stoffen" und wurde von Annette Gero präsentiert. Offizielles Info: Viele wissen es nicht, ABER er es ist eine Tatsache: Australien besitzt ein reiches, vielfältiges Patchwork-Erbe. Diese Ausstellung zeigt Quilts, die Männer und Frauen in schweren Zeiten, während der Wirtschaftskrise nach 1929, angefertigt haben, einfache Bauern und Mütter, die aus alten Kleiderstoffe schöne Dinge für ihre Kinder genäht haben. Durch die Ausstellung erfährt man nicht nur viel über die alten australischen Quilts, sondern auch über die Alltagsgeschichte der kleinen Leute. Der rote Faden in dieser Patchwork-Ausstellung ist das Schicksal der Einzelpersonen, von denen diese Quilts stammen.

Von mir kann ich nur hinzufügen: Ja, bestimmt waren dabei auch Werke die viel Zeit und wahrscheinlich Kraft gekostet haben. Ihre Technik war beeindruckend, aber mein Herz hat nicht höher geschlagen.

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.


In gleichem Gebäude wurde auch "Erinnerungsstücke - Internationales Quilt-Projekt" ausgestellt. Darüber habe ich schon im Bericht über das Gruppentreffen 2011 geschrieben. Man kann ihn hier lesen.

Die nächste Ausstellung im gleichen Ort wurde in der Villa Burrus präsentiert. Aus welchem Grund weiss ich nicht, aber in diesem Jahr waren keine Werke im Garten ausgestellt... im Gebäude gab es was zum Schauen: 4 Künstlerinnen illustrierten 4 verschiedene Varianten des Country-Style: Die Welt der Bären, von Katie Lietaert, Belgien Weihnachten am Kamin, von Rinske Stevens, Holland Happy meal, von Véronique Requena, Frankreich Das Wochnzimmer, von Trine Bakke, Norwegen Aber leider bin ich kein riesen Fan von Bärchen.. so hat mich ein Teil der Ausstellung nicht berührt (auch wenn ich es ok fand). Der andere Teil war mit Weihnachtssachen verziert... da hat es leider auch nicht gefunkt... und Grund dafür war diesmal nicht mein pingeliger Charakter... sondern das Wetter in Silbental. Es war SO heiss, dass die Weihnachtsbäume ganz geschmolzen waren. Ein anderes Innenausstattungsstück war süss.. mit einem Hundchen das ganz sicher auf ein Leckerli vom Tisch wartet :)

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.

Noch eine kleine Ausstellung in Ste-Croix-aux-Mines hiess "Viel-Schichtig" und wurde von Monika Schiwy (Deutschland) präsentiert. Sie hat mich an die Ausstellung in gleichem Gebäude im letzten Jahr erinnert. Damals durfte man nicht fotografieren: es waren verschiedenste Insekten aus Stoffen realisiert worden.... ich fand es damals für mich persönlich nicht sehr interessant, aber man konnte sehen, wie wahnsinnig viel Arbeit investiert wurde. Vieleicht denkt jetzt jemand, warum erklärt sie Sachen aus längst vergangenen Tagen? Grund dafür ist mein persönliches Gefühl, dass die gleiche Künstlerin ihre Liebe zu Insekten in einer anderen Form ausgedrückt hat. Es waren Quilts und Textilkunstwerke, in denen dezent, aber auf sehr interessante Art und Weise, Insekten integriert wurden. So dass es sogar mir, einer von Insekten nicht begeisterten Person, trotzdem sehr gefallen hat.

Über Monika Schiwy: Seit 5 Jahren bevorzugt sie die Collagen mit transparenten und nichttransparenten Stoffen - sie integrierte Papier, verschiedene Drucktechniken und Papier-auf-Stoff-Transfermethoden. Seit kurzem arbeitet sie auch mit verschiedenen Mixed Mediatechniken. Die Arbeitsweise der Stoffcollage gibt ihr grösseren Freiraum im Gestaltungsprozess.

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.

In der Eglise St Nicolas gab es zwei unterschiedliche Ausstellungen. Besonders haben mir die Arbeiten von Hilde van Schaardenburg aus den Niederlanden gefallen. In ihren Werken sind Stoffe und Fäden so bearbeitet, dass ich fast jede der Arbeiten echt bewunderte. Mir hat besonderes der Schwan gefallen, da ich beim Betrachten sogar an Kindheit erinnert wurde.

Offizielles Info der Autorin: "In meiner Arbeit inspiriert mich die gesamte Schöpfung, mit eingeschlossen das Universum, die Erde, die Natur, Menschen und Tiere in all ihrer Schönheit, Verschiedenartigkeit und ihrem herrlichen Farbenreichtum. Die Themen, die ich wähle, sind ein Ausdruck von Lebensfreude. Das Werk entsteht jedes Mal nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema, welche auch Mut verlangt. Dazu benützte ich eine Vielfalt von Materialien und Techniken und eine grosse Palette von Farben."

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.


Die andere Ausstellung in der gleichen Kirche hiess: "Sag mir, was du liebst..." und wurde von Mitgliedern der spanischen Gilde vorbereitet. Blumen, Sterne, Märchen, Traditionen, Formen, Farben... Patchwork! Jede Person liebt eines oder mehreres davon. Durch diese Ausstellung wollen die Künstlerinnen uns zeigen, was ihnen am besten gefällt und was ihnen am Herzen liegt. An den 90 Quilts mit unterschiedlichen Formen und Themen kann man die Vorlieben der spanischen Quilterinnen entdecken.

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.

Nach noch einer weiteren Fahrt sind wir schon in Ste Marie aux Mienes. In der Chapelle St Joseph war ein Wettbewerb des Europäischen Patchwork-Treffens (EPT) 2011 ausgestellt. Jedes Jahr möchte das EPT durch seinen Wetbewerb die Entstehung textiler Kreationen in traditionellen und zeitgenössischen Stil begünstigen. Das Thema von 2011 lädt die Künstlerinnen ein, Garne, Linien, Kurven, Textilien und Faden zu einem "Geflecht" zu mischen und ihrer Freude an Innovation und Kreativität freien Lauf zu lassen. Quilterrinnen aus mehrere Länder haben daran teilgenommen. Mein Respekt gebührt allen Beteiligten.

Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.

Danach hatten wir in Ste Marie aux Mines viel freie Zeit, die man fürs Einkaufen, zur Kommunikation oder dem Besuch einer der vielen Ausstellungen im Ort nutzen konnte.

Darunter gab es auch: "Im Zickzack durch das Land der Amischen" mit bekannten Wollquilts aus Pennsylvania und sehr aussergewöhnlichen Quilts aus Illinois, "Holländische Quilts von 1700 bis 2010", Quilts von Isabella Baikowa und viel viel mehr....
Sie können Flash Player hochladen, um diese Bilder zu sehen.



Über mich Patchwork zum Selbermachen Galerie Bestellen Kontakt